Worte der Samurai – Zweite Folge

 

Worte der Samurai – Zweite Folge


Nach Tokugawa Ieyasu treffen wir nun auf Mōri Motonari – einen unerbittlichen Strategen und Meister der Intrige. Hinter der bekannten Geschichte der drei Pfeile (die wir in Zukunft ganz sicher hier im Blog vorstellen werden) verbirgt sich ein Mann, der wusste, dass große Klugheit oft mit Einsamkeit bezahlt wird.

Mōri Motonari

Während der Sengoku-Zeit erlangte Mōri Motonari die Vorherrschaft in der Chūgoku-Region. Er ist bekannt für die Geschichte von den „drei Pfeilen“, in der er seinen Söhnen drei Pfeile zeigte, um sie zur Einheit zu mahnen. Doch diese Erzählung wurde erst später populär. Zu seinen Lebzeiten fürchtete man ihn als Meister der List – versiert in Spionage, Desinformation, Bestechung und Mord.

Man sagte: „Außer seiner Familie und seinen Gefolgsleuten vertraute ihm niemand wirklich.“
Auf diesen Ruf antwortete Motonari selbst:

„Wer klüger ist als alle anderen und das Auf und Ab der Welt wie auf der Hand liegend erkennt, kann keinen wahren Freund haben, mit dem er sein Herz vollständig teilen kann.
Wenn man einen wahren Freund sucht, muss man ihn in tausend Jahren Vergangenheit oder tausend Jahren Zukunft finden.
Denn wenn so jemand zur gleichen Zeit geboren wird, wird er kein Freund sein, sondern ein Feind – einer, den man töten oder von dem man getötet wird.“

Motonari war ein Held seiner Zeit – doch auch ein Held bleibt letztlich allein.

Die Worte von Mōri Motonari erzählen nicht von Einsamkeit aus Scheitern, sondern aus Klarheit – von der Einsamkeit dessen, der zu viel erkennt, um leicht zu vertrauen. In einer Zeit des Chaos bedeutete Strategie oft auch Isolation. Doch vielleicht war es genau diese Distanz, die Motonari länger überleben ließ als viele andere.

 
Veröffentlicht in: Katana & iaito
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