Worte der Samurai – Dritte Folge
Kuroda Kanbei – Die Kälte der Strategie
Strategisches Genie hatte nie ein kälteres Gesicht als das von Kuroda Kanbei, auch bekannt als Kuroda Yoshitaka.
Als vertrauter Berater von Hideyoshi und klarer Denker der Sengoku-Zeit sah Kanbei nicht nur, was anderen entging – er verlangte das Gleiche auch von seinen Leuten. In dieser Episode stellt ein Satz, so scharf wie eine Klinge, Ehre, Loyalität… und die Fähigkeit, den richtigen Moment zu nutzen, auf die Probe.
Kuroda Kanbei: „Und was tat deine linke Hand in diesem Moment?“
Kuroda Kanbei war ein Militärstratege und diente Toyotomi Hideyoshi. Als die Nachricht kam: „Oda Nobunaga ist in Honnōji gefallen“, soll Kanbei dem ratlosen Hideyoshi gesagt haben: „Nun ist euer Glück gekommen. Nutzt es.“ Seitdem hielt Hideyoshi Kanbei für einen gefährlichen Geist – einen, dem man nie ganz trauen konnte.
Dass Kanbei ein solcher Mann war, zeigt die folgende Begebenheit.
Nach der Schlacht von Sekigahara kehrte sein Sohn Nagamasa zurück. Er hatte auf Seiten der östlichen Armee unter Tokugawa gekämpft – auf Befehl seines Vaters. Nagamasa glaubte, sein Vater würde sich über den Sieg freuen.
Doch als Nagamasa berichtete:
„Herr Ieyasu war sehr erfreut über unseren Einsatz. Er nahm meine Hand und...“,
fragte Kanbei:
„Die rechte Hand?“
Als Nagamasa dies bejahte, fragte Kanbei zornig:
„Und was tat deine linke Hand in diesem Moment?“
Er warf ihm vor, die freie Hand nicht genutzt zu haben, um Ieyasu zu töten.
Nagamasa war entsetzt. Aber genau das war Kuroda Kanbei.
Für Kanbei war Krieg keine Frage von Teilsiegen oder diplomatischem Ansehen. Für ihn war jede Handlung Strategie, jede Gelegenheit ein möglicher Wendepunkt. In einem Zeitalter, das vom Schwert beherrscht wurde, galt selbst eine untätige Hand als Fehler.