Die Worte der Samurai – Folge11
Yamamoto Kansuke und seine strategische Sicht auf Japan
Diese elfte Folge der Reihe „Die Worte der Samurai“ beleuchtet eine wenig bekannte, aber aufschlussreiche Anekdote über Yamamoto Kansuke, den berühmten Strategen des Takeda-Klans. Bevor er zum wichtigsten Berater von Takeda Shingen wurde, war Kansuke ein umherziehender Rōnin. Es war seine ungewöhnliche Sicht auf Japan, die das Interesse seines späteren Herrn weckte.
In der Sengoku-Zeit reisten viele Rōnin (herrenlose Samurai) von Provinz zu Provinz, um eine Anstellung bei einem Fürsten zu finden.
Yamamoto Kansuke, bekannt als „militärischer Berater von Takeda Shingen“, war ursprünglich einer dieser Rōnin. Es heißt, er sei in dieser Zeit durch ganz Japan gereist – vom Norden bis nach Tōhoku und vom Süden bis nach Kyūshū.
Damals war das wichtigste „Kapital“, mit dem sich Rōnin bewarben, das Wissen und die Informationen, die sie auf ihren Reisen durch die verschiedenen Regionen gesammelt hatten. In einer Zeit ohne moderne Medien waren solche Nachrichten für die feudalen Fürsten von unschätzbarem Wert.
Manche besitzen keinen Blick für das große Ganze
Kansuke wurde vom Takeda-Klan aufgenommen, weil man sein umfangreiches Wissen schätzte. Doch was Shingen wirklich beeindruckt haben soll, war die absichtlich vage Art von Kansukes Berichten – ganz anders als bei anderen Rōnin.
Bei ihrem ersten Treffen soll Kansuke zu Shingen gesagt haben:
„Von der Provinz Mikawa ostwärts ist im Grunde alles gleich. Von Owari bis Izumi ebenso. Auch Shikoku, Chūgoku und Kyūshū kann man als eine Einheit betrachten.“
Die Vasallen Shingens begannen zu lachen und spotteten:
„Was für ein vager Unsinn!“
Doch Shingen lachte nicht.
Im Gegenteil, nachdem er Kansuke zugehört hatte, dachte er:
„Dieser Mann betrachtet ganz Japan als ein Ganzes. Deshalb verliert er sich nicht in Einzelheiten. Wenn wir ihn gehen lassen und er tritt in den Dienst eines anderen Fürsten, könnte das sehr gefährlich werden.“
Damals war Kansuke fünfzig Jahre alt. Takeda Shingen hingegen war zweiundzwanzig.
Yamamoto Kansukes Stärke lag nicht nur in seinem Umgang mit dem Schwert oder seiner Kriegskunst, sondern in seiner Fähigkeit, das feudale Japan als ein zusammenhängendes Ganzes zu begreifen. Diese strategische Weitsicht war einer der entscheidenden Faktoren für seinen Erfolg im Dienst der Takeda.